doppel:punkt NEU 1/2012

Schlaf gut!

von Mag. Monika Kräftner
Dieser Wunsch löst bei einem ¼ aller ÖsterreicherInnen, im wahrsten Sinne des Wortes, ein müdes Lächeln aus. Aus körperlichen oder psychischen Gründen bekommen sie nicht ausreichend Schlaf und es fehlt ihnen die wichtigste Erholungsphase. Aus diesem Teufelskreis kann man mit einigen Maßnahmen herauskommen.

Man fasst sie unter dem Begriff „Schlafhygiene“ zusammen und bezeichnet damit alle Gewohnheiten und Umstände, die für einen guten Schlaf förderlich sind. Manche Schlafstörungen sind krankheitsbedingt und gehören von einem Arzt behandelt. Es gibt aber zahlreiche äußere Faktoren, die den Schlaf beeinträchtigen und die wir beeinflussen können.

Die sogenannte innere Uhr ist in Wahrheit ein hochkomplexer biochemischer Vorgang. Besonders bemerken wir ihn, wenn wir gegen unsere gewohnte Zeit einschlafen oder aufstehen müssen. Jeder hat also seinen eigenen Rhythmus und an den sollte man sich weitgehend halten. Wie viel Schlaf notwendig ist, damit wir uns fit fühlen, ist von Mensch zu Mensch verschieden. Manchen reichen sechs Stunden, andere wiederum brauchen neun Stunden um. Das Mittagsschläfchen sollte man gegen einen maximal 20-minütigen Power Nap ersetzen, denn alles was darüber hinausgeht, beeinträchtigt den Nachtschlaf.

Guter Schlaf hat viel mit den Ereignissen tagsüber zu tun. Stress, den man mit ins Bett nimmt, schadet. Schlafrituale können da Wunder wirken. Bei Kindern und Babys setzen wir sie bewusst ein. Über einen gewissen Zeitraum praktiziert, zeigen sie auch bei Erwachsenen ihre Wirkung. Yoga kann helfen, Autogenes Training ebenso. Jedes Ritual ist geeignet, dass dabei hilft, den Tag abzuschließen und bewusst zur Ruhe zu kommen. Ausreichend Bewegung tagsüber trägt ebenso zur Qualität des Schlafs bei.

Die ideale Schlafumgebung hat einen beruhigenden Einfluss auf uns. Das bedeutet zum Beispiel, dass das Schlafzimmer nicht zur Abstellkammer verkommen darf. In einem aufgeräumten Zimmer, das nicht überladen möbliert ist, entspannen wir uns leichter. Fernseher, Computer und Handy sollten unbedingt verbannt werden. Im Grunde sind alle elektrischen Geräte in der Nähe des Bettes bedenklich, auch Lampen und Radiowecker gelten als Einflussfaktoren. Schnurlostelefone oder W-LAN werden ebenfalls gerne vernachlässigt und Kabel oder Verteilerleisten haben neben dem Bett nichts zu suchen. Die weit verbreitete Meinung, dass Holz nicht leitet, stimmt leider nicht. Wer an hartnäckigen Schlafstörungen leidet, sollte den Schlafraum auf elektrische Störquellen prüfen lassen.

Die Raumtemperatur sollte zwischen 14 und 18 Grad. Bei dieser Temperatur fühlt sich der Körper wohl und muss nicht unnötige Energie zum Regulieren der Körpertemperatur aufwenden. Auch das Licht spielt eine wichtige Rolle. Am besten schlafen wir in einem vollständig abgedunkelten Raum. Wer in der Nacht aufsteht sollte auf grelles Licht verzichten, denn das Einschlafen fällt sonst noch schwerer. Beim Zubettgehen empfiehlt sich ein sanftes Licht, grelles Licht ist erst wieder in der Früh gefragt, dann fällt uns das Aufstehen leichter. Wer kann, sollte sich gleich in der Früh natürlichem Tageslicht aussetzen, auch an trüben Tagen. Es fördert nachhaltig den Schlaf-Wach-Rhythmus und hebt die Stimmung.

Bett, Matratze und Bettwäsche sind selbstverständlich wichtig. Bei der enormen Vielfalt, die sich aus Materialien, Verarbeitung und Qualität ergeben, fällt die Wahl schwer. Ausführliches Testen hilft bei der Entscheidung. Sparen sollte man bei der Anschaffung nicht, wenngleich teuer nicht automatisch gut bedeutet. Für die Wahl des richtigen Polsters und der richtigen Bettdecke gilt Ähnliches. Die Suche nach dem passenden Produkt sollte man nicht aufgeben.

Schon kleine Änderungen der Gewohnheiten können zu wesentlichen Verbesserungen führen. Es braucht aber seine Zeit bis man herausfindet, welche Veränderungen greifen. Über einige Wochen sollten sie schon erprobt werden, um festzustellen, was einem hilft.

Noch ein wichtiger Tipp zum Schluss: Wer trotzdem nicht einschlafen kann oder nachts plötzlich putzmunter aufwacht, sollte das Bett verlassen. Ablenkung reicht manchmal aus und die Müdigkeit kehrt zurück. Mit Ärgern erreicht man nur das Gegenteil.

Freiweg | Agentur für Kommunikation und Gestaltung
www.freiweg.at

Inhaltliche Mitarbeit:
Dr Ferdinand Steiner (Elektrosmog und Erdstrahlung, Messung und Entstörung)
www.raumklima-institut.at
DI Andreas Stiasny (Künstlerische Gestaltung mit Licht und Farbe, freier Konsulent für Visions- und Leitbildfindung)
www.lightforwellness.at